Was bedeutet „thermisches Derating“?

Der Begriff „thermisches Derating“ beschreibt die temperaturabhängige Leistungsreduzierung eines elektronischen Bauteils, insbesondere von Netzteilen. Steigt die Umgebungstemperatur über einen bestimmten Grenzwert, muss die abgegebene Leistung reduziert werden, um Überhitzung, thermische Belastung und langfristige Schäden zu vermeiden. Diese automatische Anpassung dient dem Schutz der internen Elektronik und sichert eine verlängerte Lebensdauer.

Beispiel: Ein Netzteil mit einer Nennleistung von 100 W kann bei 25 °C volle Leistung liefern. Steigt die Umgebungstemperatur auf 55 °C, darf es nur noch 80 % dieser Leistung abgeben, also 80 W.

Warum ist Derating bei Netzteilen notwendig?

Die elektronischen Bauteile in einem Netzteil, wie Transformatoren, Halbleiter oder Kondensatoren, erzeugen während des Betriebs selbst Wärme. In Kombination mit einer erhöhten Umgebungstemperatur kann dies zu einer Überschreitung der maximal zulässigen Betriebstemperatur führen. Die Folgen reichen von verringerter Effizienz bis hin zum Totalausfall.

Viele Komponenten altern bei höheren Temperaturen schneller. Schon 10 °C mehr können die Lebensdauer deutlich verkürzen. Auch die Produktsicherheit spielt eine Rolle: Überhitzte Bauteile können zu gefährlichen Spannungszuständen führen. Normen wie IEC 62368-1 schreiben deshalb Schutzmaßnahmen vor, die durch das Derating erfüllt werden.

Einflussfaktoren auf das Derating

Umgebungstemperatur

Die meisten Netzteile liefern ihre volle Leistung bis etwa 50 °C. Darüber beginnt die Reduzierung – oft linear. Der genaue Schwellenwert variiert je nach Hersteller.

Einbauart und Luftzirkulation

Enge Montageräume und fehlende Belüftung erhöhen die Temperatur. Netzteile benötigen Mindestabstände und Luftzirkulation, um Wärme abführen zu können.

Lastprofil und Betriebsdauer

Dauerlast erzeugt mehr Wärme als intermittierender Betrieb. Einschaltstromspitzen verstärken diesen Effekt zusätzlich.

Gerätebauweise

Offene Modelle kühlen besser als gekapselte. Auch Gehäusematerial, Lüfter oder Kühlkörper beeinflussen die Wärmeabfuhr.

Weitere Einflussgrößen

  • Höhenlage: Geringere Luftdichte verschlechtert die Kühlung.
  • Ausrichtung: Vertikale Montage ist oft thermisch günstiger.
  • Verschmutzung: Staub blockiert Lüftungswege.

Typische Derating-Kurven und wie man sie liest

Beispiel aus der Praxis

Das Netzteil MEAN WELL HDR-150-24 liefert 150 W bis 50 °C. Danach reduziert sich die Leistung wie folgt:

  • 60 °C = 90 % (135 W)
  • 70 °C = 70 % (105 W)
  • 80 °C = 50 % (75 W)

Lesetipp:

  1. Temperatur auf der X-Achse bestimmen
  2. Prozentsatz auf der Y-Achse ablesen
  3. Mit Nennleistung multiplizieren

Tipp: Planen Sie 20–30 % Puffer ein, wenn mit höheren Temperaturen zu rechnen ist.

Anwendungsbeispiele für kritisches Derating

  • Gebäudetechnik: Verteilerschränke auf Dachböden
  • Maschinenbau: Dauerbetrieb bei enger Montage
  • Medizintechnik: Geringe Lüftung bei hoher Zuverlässigkeit
  • Photovoltaik: Außenaufstellung mit direkter Sonneneinstrahlung

FAQ: Häufige Fragen zum Derating

Was passiert, wenn ich das Derating ignoriere?
→ Das Netzteil kann überhitzen oder ausfallen.

Gibt es Netzteile ohne Derating?
→ Nein. Alle Geräte haben thermische Grenzen.

Kann ich das Derating durch Kühlung umgehen?
→ Teilweise. Zwangsbelüftung oder Klimatisierung kann helfen.

Wie wirkt sich die Montage aus?
→ Falsche Ausrichtung verschlechtert oft die Kühlung.

Praktische Tipps zur Auswahl und Auslegung

  • Umgebung realistisch einschätzen (z. B. Sommerbetrieb)
  • Puffer einplanen (z. B. 120 W statt 100 W)
  • Lüftung verbessern, Mindestabstände einhalten
  • Datenblätter prüfen (Kurve, Grenzwerte, Hinweise)
  • Montage dokumentieren, regelmäßig reinigen

Worauf Sie bei DIN-Schienen-Netzteilen achten sollten

Thermisches Derating ist ein zentraler Faktor bei der Netzteilauswahl. Neben Spannung und Leistung entscheidet vor allem das thermische Umfeld über die dauerhaft verfügbare Ausgangsleistung.

Sie planen eine Anwendung mit erhöhten Temperaturen oder engen Einbauräumen? Lassen Sie sich bei der Auswahl geeigneter DIN‑Schienen‑Netzteile unterstützen. Wir helfen Ihnen, Leistungsreserven korrekt zu dimensionieren und thermische Risiken frühzeitig zu vermeiden.

Warum die Wahl des richtigen Netzteils entscheidend ist

Ob im Schaltschrank, in der Fertigungslinie oder im Labor: Die Stromversorgung ist das Herz vieler industrieller Anwendungen. Dabei stehen Unternehmen häufig vor der Frage, ob ein lineares Netzteil oder ein Schaltnetzteil die bessere Wahl ist. Die Entscheidung hat Auswirkungen auf Effizienz, Lebensdauer und EMV-Verhalten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich beide Netzteilarten unterscheiden und welche Einsatzbereiche jeweils sinnvoll sind.

Für Einsteiger erklärt

Ein lineares Netzteil arbeitet mit klassischen Trafos und liefert eine sehr stabile Spannung – ist aber groß und energiehungrig. Ein Schaltnetzteil ist viel kleiner und effizienter, kann aber mehr Störungen verursachen. Dieser Artikel zeigt, welches Netzteil zu welchem Einsatz passt.

Funktionsweise linearer Netzteile

Lineare Netzteile transformieren die Netzspannung auf eine niedrigere Wechselspannung, gleichrichten diese und stabilisieren sie mit Hilfe von Spannungsreglern. Der Spannungsabfall wird dabei in Wärme umgewandelt – ein Grund für die größere Bauform. Die einfache Technik sorgt für eine besonders saubere Ausgangsspannung.

Typische Merkmale:

  • Sehr gute Spannungsstabilität
  • Geringe Störstrahlung (EMV)
  • Hohe Verlustleistung
  • Große Bauform

Funktionsweise von Schaltnetzteilen

Schaltnetzteile (SMPS) wandeln die Netzspannung über Hochfrequenz-Schaltungen um. Dadurch sind sie kompakter und effizienter. Allerdings benötigen sie zusätzliche Maßnahmen zur EMV-Unterdrückung und erzeugen meist mehr Restwelligkeit.

Typische Merkmale:

  • Hoher Wirkungsgrad (bis zu 90 %)
  • Kompakte Bauform
  • Erfordert EMV-Filterung
  • Geringes Gewicht

Direkter Vergleich: Linearnetzteil vs. Schaltnetzteil

Wirkungsgrad & Energieverbrauch

  • Linearnetzteile: 30–60 % Wirkungsgrad, hohe Wärmeverluste
  • Schaltnetzteile: Deutlich effizienter, geringere Betriebskosten

Beispiel: 50 W Verlustleistung × 8000 h = 400 kWh → ca. 120 € Energiekosten/Jahr (bei 0,30 €/kWh)

Baugröße & Gewicht

  • Linearnetzteile: Größere Trafos und Kühlkörper
  • Schaltnetzteile: Hohe Leistungsdichte

Wärmeentwicklung & Kühlung

  • Linearnetzteile: Höherer Kühlbedarf
  • Schaltnetzteile: Geringere Wärmeleistung

Störanfälligkeit & EMV

  • Linearnetzteile: Sehr störarm, ideal für Messtechnik
  • Schaltnetzteile: EMV-Maßnahmen erforderlich (z. B. EN 61000)

Kosten & Komplexität

  • Linearnetzteile: Einfach, aber teurer im Betrieb
  • Schaltnetzteile: Komplex, aber kosteneffizient bei Serie

Entscheidungsmatrix: Welches Netzteil passt zu Ihrer Anwendung?

KriteriumEmpfehlungBegründung
Präzise SpannungLinearnetzteilSehr geringe Restwelligkeit
Energieeffizienz wichtigSchaltnetzteilHöherer Wirkungsgrad
Platzbedarf geringSchaltnetzteilKompakte Bauweise
EMV-kritisches UmfeldLinearnetzteilNahezu störungsfrei
Serienfertigung geplantSchaltnetzteilGeringere Stückkosten
Robustheit & EinfachheitLinearnetzteilWeniger Komponenten

Typische Einsatzbereiche in der Industrie

NetzteiltypTypische Anwendungen
Lineares NetzteilLabore, Messsysteme, Audio, EMV-kritische Anwendungen
SchaltnetzteilMaschinensteuerung, LED, Sensorik, SPS, Automation

Fallbeispiele aus der Praxis

  • Messplatz im Prüflabor: Linearnetzteil vermeidet Messfehler durch Störungen.
  • SPS-Steuerung: Kompaktes Schaltnetzteil mit DIN-Schiene spart Platz.
  • LED-System: Schaltnetzteil für energieeffiziente Dauerbeleuchtung.

Auswahlhilfe: Welches Netzteil ist für Ihre Anwendung geeignet?

Richten Sie Ihre Auswahl an den Anforderungen Ihrer Anwendung aus:

  • Reine Spannung → Linearnetzteil
  • Energieeffizient & kompakt → Schaltnetzteil
  • EMV-sensibel → Linearnetzteil oder abgeschirmtes Schaltnetzteil
  • Serienproduktion → Schaltnetzteil

Mehr dazu im Beitrag DIN-Schienen-Netzteile im Schaltschrank – Aufbau, Kühlung und Auswahl.

Fazit und nächste Schritte

Lineare Netzteile stehen für maximale Präzision, Schaltnetzteile für Effizienz und Kompaktheit. Die richtige Wahl entscheidet über Betriebssicherheit, Kosten und Zukunftsfähigkeit Ihrer Anlage.

Sie planen eine industrielle Anwendung und sind unsicher bei der Auswahl? Lassen Sie sich technisch fundiert beraten oder entdecken Sie passende Netzteillösungen für Ihren Einsatzbereich. Unser Team unterstützt Sie bei der Auswahl, Auslegung und Integration.

Executive Summary – Die Top 5 auf einen Blick

Welche Stromversorgungslösungen setzen sich 2025 durch? Die fünf wichtigsten Trends:

TrendBeschreibungIhr Vorteil
Intelligente NetzteileFernüberwachung, Datenerfassung, ZustandsdiagnoseWeniger Ausfälle, vorausschauende Wartung
Modulare SystemeFlexible Erweiterung und einfache WartungGeringere Lagerkosten, hohe Skalierbarkeit
EnergieeffizienzWirkungsgrad > 95 %, langlebige KomponentenBetriebskosten senken, CO₂-Ziele erreichen
DC-KompatibilitätEinbindung in GleichstromnetzeEffiziente Integration erneuerbarer Energien
CybersecuritySchutz vor Datenzugriffen & NetzstörungenZuverlässigkeit im Betrieb

Warum sich die Stromversorgung in der Industrie wandelt

Die Anforderungen an industrielle Stromversorgungen haben sich stark verändert – ein Prozess, der sich 2025 weiter beschleunigt. Industrieunternehmen stehen unter Innovationsdruck: Digitalisierung, Automatisierung und Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Transparenz, Fernzugriff und intelligente Kommunikation.

Zusätzlich wirken politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen als Treiber: EU-Taxonomie, CO₂-Bilanzen, Energieinfrastruktur, volatile Preise, geopolitische Spannungen und Berichtspflichten (z. B. CSRD). Laut einer ZVEI-Studie rechnen 72 % der Industrieunternehmen mit steigendem Investitionsbedarf in Stromversorgung durch IIoT-Anforderungen. Wer jetzt in zukunftssichere Lösungen investiert, schafft die Basis für stabile, vernetzte und energieoptimierte Produktionsumgebungen.

Die 5 wichtigsten Trends 2025 im Überblick

1. Intelligente Netzteile mit Remote-Funktionen

Moderne Netzteile liefern 2025 mehr als Spannung: Über IO-Link, Profinet oder Ethernet/IP ermöglichen sie Condition Monitoring und Predictive Maintenance. Das senkt Wartungskosten, verhindert Ausfälle und erhöht die Verfügbarkeit.

Was bedeutet das konkret? Frühzeitige Fehlererkennung, datenbasierte Wartung, weniger ungeplante Stillstände. Mehr dazu erfahren Sie unter Schaltnetzteile für die Industrie.

2. Modulare Stromversorgungssysteme

Statt zentraler Großgeräte bevorzugen Unternehmen kompakte Module. Diese lassen sich flexibel kombinieren, erweitern oder austauschen – ideal bei engen Platzverhältnissen und variablen Anforderungen.

Was bedeutet das konkret? Flexible Planung, geringere Lagerkosten, einfache Skalierung. Einen Überblick zu passenden Produkten finden Sie unter Board-Netzteile und Modulvarianten.

3. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

Hohe Wirkungsgrade (> 95 %) sind 2025 Standard. Nachhaltigkeit zeigt sich auch durch lange Lebensdauer, geringe Standby-Verluste und recyclebare Komponenten. Unternehmen setzen auf Geräte, die Umweltauflagen erfüllen und die ESG-Bilanz verbessern.

Was bedeutet das konkret? Energiekosten senken, CO₂-Fußabdruck reduzieren, bessere Position bei Ausschreibungen.

4. Kompatibilität mit Gleichstromnetzen (DC Industry)

Gleichstrom reduziert Verluste und vereinfacht die Integration erneuerbarer Energien. Bidirektionale Netzteile unterstützen flexible Energiestrategien.

Was bedeutet das konkret? Effizientere Energieverteilung, zukunftsfähige Infrastruktur, besserer ROI.

5. Cybersecurity & Netzqualität

Vernetzte Stromversorgungen erfordern Schutz vor digitalen Angriffen und Spannungsstörungen. EMV-konformes Design, Filter und Verschlüsselungstechnologien gewinnen an Bedeutung.

Was bedeutet das konkret? Höhere Ausfallsicherheit, Datenschutz, Einhaltung regulatorischer Vorgaben.

Worauf Sie bei der Auswahl moderner Stromversorgungen achten sollten

  • Modularität: für skalierbare Anforderungen
  • Smarte Kommunikation: IO-Link, Profinet, Modbus TCP
  • Wirkungsgrad: > 93 %, ideal > 95 %
  • Nachhaltigkeit: langlebige, effiziente Komponenten
  • Netzqualität: EMV, Schutz vor Überspannung
  • Normen: UL, CE, IEC, ISO

Wenn Sie robuste Lösungen für anspruchsvolle Industrieumgebungen suchen, empfehlen wir unseren Überblick zu IP67-Netzteilen.

Zukunftsfähige Stromversorgung als Wettbewerbsvorteil

Industrielle Stromversorgung entwickelt sich 2025 zu einem strategischen Erfolgsfaktor. Intelligente, modulare und effiziente Lösungen senken Kosten, erhöhen die Verfügbarkeit und unterstützen Nachhaltigkeitsziele.

Unternehmen, die frühzeitig modernisieren, sichern sich langfristige Stabilität und technologische Anschlussfähigkeit.

Sie möchten wissen, welche Stromversorgungslösung optimal zu Ihrer Anwendung passt?

Unsere Experten unterstützen Sie bei der Auswahl zukunftssicherer Netzteile – abgestimmt auf Leistung, Umgebung, Normen und Effizienzziele.

Kontaktieren Sie uns für eine technische Beratung oder eine individuelle Produktempfehlung.

Warum die Wahl des richtigen Netzteils entscheidend ist

Ob in der Automatisierungstechnik, Messgeräteelektronik oder Industriebeleuchtung: Eine stabile und effiziente Stromversorgung ist essenziell. Doch je nach Anwendung unterscheidet sich der Anspruch: Soll das Netzteil direkt auf der Leiterplatte integriert werden oder als eigenständige Einheit im Schaltschrank arbeiten? In diesem Artikel vergleichen wir Board-Netzteile mit Schaltschrank-Netzteilen und zeigen, welches Modell für welchen Einsatz geeignet ist.

Was sind Board-Netzteile?

Aufbau und Eigenschaften

Board-Netzteile, auch als Open-Frame- oder Leiterplattennetzteile bezeichnet, sind für die direkte Montage auf einer Leiterplatte konzipiert. Sie bestehen meist aus einem offenen Aufbau ohne separates Gehäuse, wodurch sie kompakt und leicht integrierbar sind. Wärme kann effizient abgeführt werden, erfordert aber EMV-Abschirmung und Schutzmaßnahmen.

Vorteile & typische Anwendungen

  • Geringer Platzbedarf für kompakte Geräte
  • Direkte Integration ins Elektronikdesign
  • Kostenvorteil in Serienproduktion
  • Einsatz z. B. in Steuergeräten, Sensorik, Medizintechnik
  • Flexible Spannungsbereiche, oft mit weitem Eingangsspannungsbereich

Grenzen und Einschränkungen

  • Geringe Schutzart (IP00), nicht für raue Umgebungen
  • Zusätzliche EMV-Maßnahmen erforderlich
  • Nicht standardisierte Montage
  • Austausch nur durch Fachpersonal mit Lötkenntnissen

Was sind Schaltschrank-Netzteile?

Aufbau und Eigenschaften

Schaltschrank-Netzteile (z. B. DIN-Schienen-Netzteile) sind gekapselte Module für Hutschienenmontage. Sie bieten galvanische Trennung, mechanischen Schutz und standardisierte Anschlüsse – ideal für industrielle Umgebungen mit hohen Anforderungen an Sicherheit und Wartung.

Vorteile & typische Anwendungen

  • Robuste Bauweise, hohe Zuverlässigkeit
  • Einfache DIN-Schienen-Montage
  • Hohe Schutzarten (z. B. IP20 bis IP67)
  • Vielfältige Funktionen: Schutzmechanismen, Signalanschlüsse
  • Eingesetzt in Maschinenbau, Schaltschrankbau, Automatisierung

Grenzen und Einschränkungen

  • Mehr Platzbedarf im Schaltschrank
  • Höhere Anschaffungskosten
  • Teilweise zusätzliche Kühlung nötig

Vergleich: Board-Netzteil vs. Schaltschrank-Netzteil

KriteriumBoard-NetzteilSchaltschrank-Netzteil
EinbauartLeiterplatte (Open Frame)DIN-Schiene (Gehäuse)
SchutzartIP00IP20 bis IP67
EMV-VerhaltenProjektabhängig zu optimierenFür Industrieumgebungen ausgelegt
KühlungPassiv, ohne LüfterPassiv oder aktiv möglich
AustauschbarkeitNur mit LötkenntnissenWerkzeuglos steckbar/schraubbar
ZertifizierungenGerätespezifischCE, UL, EN/IEC-Standards
AnschlussLeiterplattenkontaktSchraub-/Federklemmanschluss
WartungNur durch ElektronikerSchnell, vor Ort möglich
EinsatzgebietElektronikbaugruppenSteuerungs- und Industrieanlagen

Entscheidungshilfe: Welches Netzteil passt zu Ihrem Einsatzfall?

Die Entscheidung hängt von der Umgebung, dem Platzangebot und den technischen Anforderungen ab. Für platzsparende Elektronik mit integriertem Design ist das Board-Netzteil ideal. Es ermöglicht eine kostengünstige Integration in bestehende Schaltungen.

Bei Maschinen, Verteilerkästen und modularen Anlagen ist ein Schaltschrank-Netzteil die bessere Wahl. Es überzeugt durch Montagefreundlichkeit, Schutzart, einfache Wartung und robuste Industrieauslegung. Besonders bei Anwendungen mit wechselnden Anforderungen oder rauer Umgebung (z. B. Feuchtigkeit, Staub) bieten IP67-geschützte Varianten entscheidende Vorteile.

Passgenaue Stromversorgung erhöht die Betriebssicherheit

Board- und Schaltschrank-Netzteile erfüllen unterschiedliche Anforderungen. Wer gezielt auswählt, verbessert nicht nur die Betriebssicherheit, sondern senkt auch Wartungsaufwand und Folgekosten. Entscheidend sind die Einsatzumgebung, Schutzart, Kühlung, Montageart und Austauschbarkeit.

Sie planen ein Projekt und benötigen Unterstützung bei der Auswahl der passenden Stromversorgung? Lassen Sie sich von unseren Experten beraten und finden Sie das optimale Netzteil für Ihre Anwendung – abgestimmt auf Umgebung, Normen und technische Anforderungen.

Warum Netzteilfehler teuer werden können

Ein falsch gewähltes Netzteil kann nicht nur die Funktionsfähigkeit einer industriellen Anwendung beeinträchtigen, sondern auch hohe Kosten durch Ausfallzeiten, Nachbesserungen oder Geräteschäden verursachen. Laut Branchenschätzungen ist jeder fünfte Geräteausfall in der Industrie auf Probleme bei der Stromversorgung zurückzuführen. Dennoch werden bei der Auswahl von Stromversorgungen oft entscheidende Faktoren übersehen. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen die häufigsten Auswahlfehler – und wie Sie sie vermeiden.

1. Überdimensionierung oder Unterdimensionierung

Warum „mehr Power“ nicht immer besser ist

Ein häufiger Irrtum: Ein überdimensioniertes Netzteil sei sicherer. Dabei kann eine zu hohe Leistungsreserve dazu führen, dass das Netzteil nicht im optimalen Wirkungsgradbereich arbeitet. Das reduziert die Energieeffizienz und erzeugt unnötig viel Wärme.

Umgekehrt führt eine Unterdimensionierung dazu, dass das Netzteil bei hoher Last schnell an seine Grenzen kommt. Die Folge: Abschaltungen, Spannungseinbrüche oder dauerhafte Überlastung.

Typische Folgen falscher Leistungsauswahl

  • Unnötig hoher Energieverbrauch
  • Geringere Lebensdauer durch Überlast oder Teillastbetrieb
  • Instabile Versorgung bei Lastspitzen
  • Sichtbare Symptome: flackernde LEDs, Überhitzung, lärmende Lüfter

Tipp: Planen Sie mit einer realistischen Leistungsreserve von ca. 20–30 %, je nach Anwendung. Prüfen Sie zusätzlich die tatsächliche Lastverteilung über den Betriebszyklus hinweg.

2. Falscher IP-Schutz oder Umgebungseinfluss ignoriert

Temperatur, Feuchtigkeit und Staub unterschätzt

Ein Netzteil für den Schaltschrank (IP20) ist ungeeignet für feuchte, staubige oder stark schwankende Umgebungen. Folgen sind vorzeitige Ausfälle oder Korrosionsschäden.

IP67, IP20 & Co. – was wirklich nötig ist

Die Schutzart sollte zur realen Einbausituation passen. IP67 ist für außenliegende Montage geeignet, IP20 reicht für trockene, geschlossene Schaltschränke.

Tipp: Berücksichtigen Sie neben der Schutzart auch den Temperaturbereich, die Lüftungssituation im Einbauumfeld und mögliche Vibrationseinflüsse.

3. Keine EMV- oder Sicherheitsnormen berücksichtigt

CE, UL, EN: Wichtige Normen im Überblick

Industrieanwendungen unterliegen besonderen Normen, etwa:

  • EN 62368-1 (Sicherheitsanforderungen)
  • EN 55032/35 (EMV-Verträglichkeit)
  • UL-Zulassungen für Export

Fehlende Normenkonformität kann zu Problemen bei der Abnahme oder Exportfähigkeit führen.

Folgen fehlender Zulassungen

  • Verzögerte Inbetriebnahme
  • Erhöhtes Haftungsrisiko
  • Probleme bei CE-Kennzeichnung

Tipp: Fragen Sie gezielt nach Normenkonformität und Zulassungen für Ihre Branche und Exportländer. Achten Sie auf Prüfzeichen, Normreferenzen und Prüfprotokolle.

4. Ungeeignete Montage- und Anschlussart gewählt

DIN-Schiene, Schraubanschluss oder Stecksystem?

Die Montageart beeinflusst sowohl den Installationsaufwand als auch die Wartungsfreundlichkeit. Eine ungeeignete Wahl führt zu unnötiger Komplexität.

Einfluss auf Wartung und Austausch

Ein steckbares Netzteil lässt sich im Fehlerfall schneller ersetzen als ein verschraubtes Gerät. DIN-Schienenmodule sparen Platz und reduzieren Montagezeiten.

Tipp: Denken Sie bei der Auswahl an Wartung, Austauschbarkeit und vorhandene Installationsstandards. Planen Sie auch den Zugang im Fehlerfall mit ein.

5. Keine Rücksicht auf Spannungsstabilität und Netzqualität

Netzschwankungen, Spitzen und Lastwechsel

Industrieanlagen haben oft unruhige Spannungsverläufe. Netzteile müssen solche Schwankungen kompensieren können, sonst drohen Funktionsstörungen.

Typische Symptome im Betrieb:

  • Brummende oder heiß laufende Gehäuse
  • Spannungseinbrüche bei Lastwechsel
  • Instabile Versorgung empfindlicher Komponenten

Die Rolle von Pufferkondensatoren und Schutzbeschaltungen

Moderne Netzteile verfügen über integrierte Mechanismen, um Überspannung, Kurzschluss oder Stromspitzen abzufangen.

Tipp: Prüfen Sie, ob Ihr Netzteil eine geeignete Eingangsspannungstoleranz und Schutzbeschaltung bietet. Achten Sie auf Parameter wie:

  • Ripple-Spannung (Wechselanteil auf Gleichspannung, stört empfindliche Elektronik)
  • Power-Good-Signal (zeigt an, ob Ausgangsspannung stabil ist)
  • MTBF-Wert (Mean Time Between Failures – Hinweis auf Zuverlässigkeit)

Aus der Praxis: Typische Fehlerbilder durch falsche Auswahl

FehlerbildMögliche UrsacheFolge
Gerät startet nichtEinschaltstrombegrenzung fehltProduktionsausfall
Ausgangsspannung instabilÜberlastung / ungeeignete LastregelungElektronikdefekte
Gehäuse überhitztUmgebung nicht berücksichtigtLebensdauer verkürzt
Geräusche (Brummen, Pfeifen)Bauteilüberlastung oder SchwingkreiseFrühzeitiger Ausfall
LED flackert oder blinktRipple zu hoch / LastinstabilitätSichtbare Störung

Netzteile anwendungsspezifisch auswählen

Die Wahl eines passenden Netzteils ist ein zentraler Faktor für die Betriebssicherheit industrieller Anlagen. Wer typische Fehler kennt und systematisch vermeidet, reduziert Ausfallrisiken und senkt langfristig Kosten.

Fachliche Unterstützung bei der Auswahl

Sie möchten sicherstellen, dass Ihr Netzteil exakt zu Ihrer Anwendung, Umgebung und Normanforderung passt? Lassen Sie sich von unseren Experten beraten. Wir unterstützen Sie bei der Auswahl geeigneter Industrie-Netzteile und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine zuverlässige Stromversorgungslösung für Ihre Anwendung.

Warum die Stromversorgung im Labor kritisch ist

In der Labortechnik sind Zuverlässigkeit, Stabilität und Sicherheit der Stromversorgung essenziell. Anders als in klassischen Industrieanwendungen arbeiten Labore mit hochsensiblen Mess-, Analyse- und Steuergeräten. Bereits kleinste Spannungsschwankungen oder EMV-Störungen können die Ergebnisse verfälschen oder gar Geräte beschädigen. Eine unzureichende Spannungsversorgung kann nicht nur kostspielige Fehlmessungen verursachen, sondern auch empfindliche Elektronik dauerhaft beeinträchtigen.

Hinzu kommt: Viele Labore arbeiten rund um die Uhr – etwa in der pharmazeutischen Entwicklung oder bei Langzeitmessungen in Forschungseinrichtungen. Hier muss die Stromversorgung nicht nur stabil, sondern auch über längere Zeiträume belastbar und ausfallsicher sein. Dies erfordert ein durchdachtes Stromversorgungskonzept, das sowohl die individuellen Anforderungen der Geräte als auch normative Vorgaben berücksichtigt.

Typische Einsatzbereiche und Geräte im Labor

In Laboren kommen eine Vielzahl elektrischer und elektronischer Komponenten zum Einsatz:

  • Analysegeräte (z. B. Spektrometer, Chromatographen)
  • Mess- und Kalibriertechnik
  • Mikroskope mit Digitaltechnik
  • Probenvorbereitungssysteme
  • Laborautomation (z. B. Pipettierroboter)
  • Heiz- und Temperiersysteme
  • Sicherheits- und Überwachungssysteme
  • Lufttechnik, Klimatisierung und Lichtsysteme

Ein Praxisbeispiel: In einem pharmazeutischen Labor werden pH-Analysegeräte, Inkubatoren und Klimaschränke gleichzeitig betrieben. Diese Geräte haben unterschiedliche Stromaufnahme und benötigen teils getrennte Spannungskreise mit klar definierten Grenzwerten hinsichtlich Spannungstoleranz und Störfestigkeit. Wird beispielsweise ein Spektrometer durch Spannungsschwankungen gestört, kann dies die gesamte Probenreihe unbrauchbar machen.

Auch in der Forschung – etwa bei Langzeitversuchen in der Umweltanalytik oder Mikrobiologie – ist eine unterbrechungsfreie Spannungsversorgung (USV) entscheidend. Sie verhindert Datenverluste und sichert die Qualität wissenschaftlicher Ergebnisse.

Anforderungen an Netzteile und Spannungsversorgungen

Die Stromversorgung für die Labortechnik muss spezifische technische und normative Anforderungen erfüllen:

  • Spannungsstabilität: Schwankungen verfälschen Messergebnisse und beeinträchtigen Messgenauigkeit.
  • Regelgenauigkeit: Exakte Steuerung von Spannungs- und Stromwerten zur präzisen Versorgung sensibler Komponenten.
  • EMV-Konformität: Minimierung elektromagnetischer Störungen durch geeignete Abschirmung und Filtertechnik.
  • Sicherheitsstandards: Einhaltung von Schutzkleinspannung (SELV/PELV), Isolation, Überstrom- und Kurzschlussschutz.
  • Zuverlässigkeit: Dauerbetrieb bei konstanter Leistung, auch unter variablen Umgebungsbedingungen.
  • Redundanz: Absicherung kritischer Versorgungswege durch Parallelbetrieb oder doppelte Auslegung.
  • USV-Fähigkeit: Unterbrechungsfreie Stromversorgung bei Stromausfall, idealerweise mit Monitoring und automatischer Umschaltung.

Labornetzteile, Hutschienen-Netzteile & Co. – ein Überblick

Die Wahl der Stromversorgung hängt von der Art der Anwendung ab. In modernen Laboren sind häufig mehrere Versorgungslösungen gleichzeitig im Einsatz – von präzisen Labornetzteilen über Hutschienen-Netzteile bis hin zu mobilen Steckernetzteilen.

Labornetzteile

Diese Geräte sind regelbare Spannungsquellen mit hoher Genauigkeit. Sie eignen sich für Entwicklungs- und Prüfanwendungen im Laborumfeld. Je nach Modell bieten sie:

  • Einstellbare Ausgangsspannung und Strombegrenzung
  • Hohe Auflösung und geringe Restwelligkeit
  • USB-, RS232- oder LAN-Schnittstellen zur Steuerung und Protokollierung
  • Oft mehrere Ausgänge für parallele Testaufbauten

Labornetzgeräte sind ideal für die Spannungsversorgung von Messaufbauten, Kalibrierstationen oder Prototypentests. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Präzision und Flexibilität gefragt sind – etwa in der Materialprüfung oder Elektronikentwicklung.

Hutschienen-Netzteile

Ideal für die dauerhafte Versorgung von Automatisierungskomponenten oder stationären Verbrauchern. Sie werden direkt im Schaltschrank auf Tragschienen montiert. Vorteile:

  • Kompakte Bauweise mit hoher Leistungsdichte
  • Großer Eingangsspannungsbereich (z. B. 90–264 V AC)
  • Schutzfunktionen gegen Überspannung, Überstrom, Übertemperatur
  • Hoher Wirkungsgrad (>90 %) und lange Lebensdauer
  • Kombinierbar mit USV-Modulen und Monitoring-Systemen

COTRONIC bietet Ihnen hierzu passende Lösungen für industrielle Netzleitungen und Schaltschranknetzteile.

Steckernetzteile

Für einfachere Laboranwendungen oder Einzelgeräte geeignet. Sie werden häufig bei kleineren Analysegeräten, Kamerasystemen oder mobilen Geräten eingesetzt.

Bei der Auswahl ist auf Folgendes zu achten:

  • Überhitzungsschutz und Kurzschlussfestigkeit
  • Spannungsstabilität unter Last
  • CE-, UL- und ggf. Medizintechnik-Zertifizierungen
  • Mechanische Stabilität und hochwertige Steckerqualität

Auch in temporären Laboraufbauten (z. B. bei Messeinsätzen im Feld) sind kompakte Steckernetzteile gefragt.

Auswahlkriterien: So treffen Sie die richtige Entscheidung

Die Auswahl des passenden Stromversorgungssystems sollte auf Basis folgender Kriterien erfolgen:

  • Gerätetyp & Leistungsbedarf: Welche Spannung und Stromstärke wird benötigt? Gibt es Anlaufströme?
  • Anzahl der Verbraucher & Spannungskreise: Müssen mehrere Geräte gleichzeitig versorgt werden? Sind isolierte Kreise notwendig?
  • Montageart: Wird ein stationäres System im Schaltschrank verbaut oder ein flexibles Labornetzgerät benötigt?
  • Schutz- und Redundanzanforderungen: Sind sicherheitskritische Geräte im Einsatz? Ist eine USV nötig?
  • Kommunikationsschnittstellen: Sollen Werte überwacht, geregelt oder protokolliert werden?
  • Erweiterbarkeit & Wartung: Ist das System modular? Können defekte Komponenten im laufenden Betrieb ersetzt werden?

Eine enge Abstimmung mit dem Elektroplaner, der Laborleitung und ggf. dem Gerätehersteller ist hier unverzichtbar.

Normen, Schutzklassen und EMV-Aspekte in Laborumgebungen

Stromversorgungssysteme müssen je nach Anwendung folgende Normen berücksichtigen:

  • EN 61010: Regelt die Sicherheit elektrischer Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte. Sie definiert unter anderem Mindestabstände, Isolation, Ableitströme und die Ausführung der Schutzeinrichtungen.
  • IEC 61326: Bezieht sich auf EMV-Anforderungen für Labor-, Mess- und Steuergeräte. Sie gibt Grenzwerte für leitungsgebundene und abgestrahlte Störungen sowie Prüfverfahren für Störfestigkeit vor.
  • SELV/PELV: Sicherheitskonzepte für Schutzkleinspannungen unter 60 V DC, essenziell bei direktem Personenkontakt.
  • IP-Schutzklassen: Bei Anwendungen in Feuchtlabors, Hygienebereichen oder Reinräumen ist die Wahl einer geeigneten Schutzart (z. B. IP54 oder höher) entscheidend.
  • IEC 60601: Relevant bei Einsatz in medizinisch genutzten Laborbereichen, insbesondere mit Patientenkontakt.

Zusätzlich können branchenspezifische Anforderungen gelten, etwa aus dem GMP-Umfeld, der Lebensmittelanalytik oder der Halbleiterfertigung. Auch interne Standards oder Auditkriterien (z. B. ISO 17025) können Einfluss auf die Wahl der Stromversorgung haben.

Sichere Stromversorgung für präzise Ergebnisse

Ob Analysegerät, Automatisierungseinheit oder Prüfplatz: Eine auf die Anwendung abgestimmte Stromversorgung ist die Grundlage für sichere, reproduzierbare Laborprozesse. Je nach Einsatzbereich kommen Labornetzteile, Hutschienen- oder Steckernetzteile zum Einsatz – oft auch in Kombination. Entscheidend sind neben technischer Qualität auch die Einhaltung relevanter Normen, die Absicherung durch USV-Systeme sowie Monitoring- und Schutzfunktionen.

Für industrielle Anwendungen mit besonderen Anforderungen an Zuverlässigkeit, EMV-Verhalten und Montage bietet COTRONIC passende Netzleitungen, Netzteile und Systemlösungen für die Labortechnik – von der individuellen Beratung bis zur Serienintegration.

Ihre Stromversorgung für anspruchsvolle Laboranwendungen

Eine stabile, normgerechte Stromversorgung entscheidet über Messgenauigkeit, Prozesssicherheit und Geräteverfügbarkeit im Labor. COTRONIC unterstützt Sie bei der Auswahl, Auslegung und Integration passender Lösungen – abgestimmt auf Ihre Geräte, Normen und Betriebsbedingungen.

Ihre Vorteile mit COTRONIC:

  • Anwendungsorientierte Beratung für Labor-, Prüf- und Automationsumgebungen
  • Hochwertige Netzteile, Netzleitungen und USV-fähige Konzepte
  • EMV-optimierte Lösungen für sensible Mess- und Analysegeräte
  • Serienfähige Komponenten sowie individuelle Anpassungen
  • Unterstützung bei Normen wie EN 61010, IEC 61326, SELV/PELV und IP-Schutzarten

Sprechen Sie mit uns über Ihr Laborprojekt. Gemeinsam definieren wir die passende Stromversorgung für präzise Ergebnisse, dauerhaften Betrieb und sichere Prozesse.

Was bedeutet Ex-Schutz bei Beleuchtungssystemen?

Ein kurzzeitiger Stromausfall, eine beschädigte Leuchte – und ein einzelner Funke in einem Bereich mit brennbarem Gas kann zur Katastrophe führen. In solchen explosionsgefährdeten Zonen ist die Auswahl geeigneter, ex-geschützter Beleuchtungssysteme nicht nur eine Vorschrift, sondern lebenswichtig.

Ex-geschützte Beleuchtung bezeichnet Leuchtensysteme, die so konstruiert und zertifiziert sind, dass sie in Bereichen mit explosionsfähiger Atmosphäre sicher betrieben werden können. Diese Atmosphäre kann durch Gase, Dämpfe oder Stäube entstehen.

Explosionsgefährdete Bereiche werden nach ATEX-Richtlinie in Zonen unterteilt:

  • Zone 0 / 1 / 2: für gasexplosionsgefährdete Atmosphäre
  • Zone 20 / 21 / 22: für explosionsfähige Staubatmosphäre

Die Auswahl der richtigen Leuchte hängt also von der Art der potenziellen Explosionsgefahr und der Häufigkeit ihres Auftretens ab.

Normen & gesetzliche Grundlagen

Die Ex-Schutz-Technik ist streng normiert. Zwei zentrale Systeme gelten international:

ATEX-Richtlinie 2014/34/EU

Die europäische Richtlinie regelt das Inverkehrbringen von explosionsgeschützten Betriebsmitteln. Hersteller müssen die Konformität ihrer Produkte nachweisen, z. B. durch eine EG-Baumusterprüfung.

IECEx-System

Ein internationales Zertifizierungssystem, das die Vergleichbarkeit der Sicherheitstechnik weltweit erleichtert. Viele außerhalb der EU liegende Projekte greifen auf IECEx-zertifizierte Leuchten zurück.

Weitere Klassifizierungen

  • Gerätegruppe: I (Bergbau) oder II (Industrie)
  • Kategorie: 1 (Zone 0/20), 2 (Zone 1/21), 3 (Zone 2/22)
  • Temperaturklasse: z. B. T1 bis T6 (je niedriger die Zahl, desto geringere Zündtemperatur)
  • Explosionsgruppen: Gase der Gruppe IIA, IIB, IIC – je nach Zündenergie
  • Normen: IEC 60079 / EN 60079 (z. B. EN 60079-10-1 für Gase)

Zündschutzarten im Überblick

ZündschutzartBeschreibungAnwendungsbeispielRelevante Norm
Ex dDruckfeste Kapselung – hält Explosion innerhalb der Leuchte zurückZone 1, petrochemische AnlagenEN 60079-1
Ex eErhöhte Sicherheit – Schutz gegen Funkenbildung im BetriebZone 1, LebensmittelindustrieEN 60079-7
Ex iEigensicherheit – Energie so begrenzt, dass keine Zündung möglich istSensorik, SteuerkreiseEN 60079-11
Ex nSchutz bei Normalbetrieb – nur für Zone 2 zugelassenGefahrstofflager mit seltener Ex-AtmosphäreEN 60079-15

Typische Einsatzbereiche

Ex-geschützte Leuchten kommen überall dort zum Einsatz, wo brennbare Stoffe verarbeitet, gelagert oder gefördert werden:

  • Chemie- und Petrochemieanlagen
  • Tanklager, Raffinerien und Offshore-Plattformen
  • Mühlen, Getreidelager und Silos
  • Lebensmittelverarbeitung mit Staubanfall
  • Lackierereien und Gefahrstofflager
  • Bergbau, Tunnelbau, Kläranlagen

Arten von Ex-geschützten Leuchten

Hinweis: In explosionsgefährdeten Bereichen werden häufig auch robuste LED-Flutlichtsysteme eingesetzt, wie sie etwa in Industrieanlagen zur großflächigen Ausleuchtung verwendet werden. Mehr dazu im Beitrag LED-Flutlichtsysteme für Industrieanlagen.

LED-Leuchten

Langlebig, energieeffizient und vibrationsresistent. Ideal für Dauerbetrieb in Zone 1 und Zone 21. Häufig mit Aluminiumdruckguss-Gehäuse und Sicherheitsglas.

Notbeleuchtungssysteme

Speziell gesichert für den Betrieb im Alarmfall. Oft mit Batterie-Backup. Müssen ebenfalls ATEX-konform sein.

Hallen- und Flächenleuchten

Robust für hohe Lichtleistung in weitläufigen Industriehallen und Außenbereichen. Optional mit Mast- oder Wandhalterung.

Mobile & tragbare Leuchten

Wartungsfreundlich, leicht zu transportieren und flexibel einsetzbar bei Inspektionen. Stoßfest und spritzwassergeschützt.

Auswahlkriterien für Ex-Leuchten

Neben den klassischen Auswahlkriterien für Leuchten in Ex-Zonen spielt auch die Wahl geeigneter Stromversorgungen eine Rolle. Netzteile mit hoher Schutzart wie IP67 gewährleisten einen sicheren Betrieb – selbst unter rauen Umweltbedingungen. Lesen Sie dazu auch: Netzteile mit IP67 – robuste Lösungen für die Industrie.

Die Auswahl geeigneter Leuchten für explosionsgefährdete Bereiche erfordert technische und sicherheitsrelevante Expertise:

  • Zoneneignung & Zündschutzart: Muss exakt zur Gefährdung passen
  • Schutzart (IP66, IP67, IP68): Wichtig für den Einsatz in Feuchtigkeit, Staub oder unter Wasser
  • Temperaturklasse: Je nach Zündtemperatur der umgebenden Atmosphäre (z. B. T4 = max. 135 °C)
  • Explosionsgruppe: Auswahl je nach Gas (IIA, IIB, IIC) oder Staub (IIIA, IIIB, IIIC)
  • Montageart & mechanische Robustheit: Decken-, Wand-, Mastmontage, vibrations- und schlagfest (IK08–IK10)
  • Gehäusematerialien: Edelstahl, Aluminiumdruckguss, UV-beständige Kunststoffe
  • Chemische Beständigkeit: Besonders wichtig bei aggressiven Medien
  • Lichtstrom & Lichtverteilung: Effizienz und Ausleuchtung im Fokus (z. B. symmetrisch/asymmetrisch)
  • Zertifikate & Dokumentation: Vollständige Nachweise nach ATEX/IECEx erforderlich, inklusive Betriebsanleitung, EG-Konformität, Explosionsschutzdokument

Tipps zur Planung & Installation

Eine durchdachte Planung der Stromversorgung ist ebenso essenziell wie die Auswahl der Leuchte selbst. Wie Sie die Gesamtstromversorgung von Industrieanlagen sicher und effizient aufbauen, erfahren Sie im Beitrag Stromversorgung in der Industrie richtig planen.

  • Zonen richtig einschätzen: Nur zertifizierte Fachplaner oder Sachverständige dürfen die Einteilung vornehmen
  • Explosionsgruppe berücksichtigen: Gase nach IIA, IIB, IIC einteilen – entscheidend für Geräteauswahl
  • Zündquellen vermeiden: Kabelführung, Schalterposition, EMV-Einflüsse beachten
  • Wartungskonzept einplanen: Nur befähigte Elektrofachkräfte dürfen Prüfungen vornehmen – Intervall gemäß BetrSichV festlegen
  • Dokumentation sicherstellen: Betriebsanweisung, Konformitätserklärung, Schaltpläne, Prüfprotokolle bereitstellen

Sicherheit durch die richtige Ex-Beleuchtung

Ex-geschützte Beleuchtung ist ein sicherheitskritisches Element in industriellen Anwendungen mit Explosionsgefahr. Sie muss exakt auf die Anforderungen des Einsatzortes abgestimmt und streng nach geltenden Normen ausgewählt werden. Eine durchdachte Planung, qualitätsgesicherte Produkte und fachgerechte Installation sind die Grundvoraussetzungen für einen sicheren Betrieb.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Normgerechte Auswahl nach ATEX und IECEx (z. B. EN 60079-1 bis -15)
  • Zoneneignung, Temperaturklasse und Explosionsgruppe korrekt bestimmen
  • Lückenlose Dokumentation und regelmäßige Wartung sicherstellen

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Warum LED-Flutlicht in Industrieanlagen sinnvoll ist

Für Betreiber und Planer von Industrieanlagen zählt vor allem eines: eine gleichmäßige Ausleuchtung mit möglichst wenig Wartungsaufwand und klar kalkulierbaren Betriebskosten. LED-Flutlicht Systeme erfüllen diese Anforderungen in nahezu jeder Hinsicht.

Energieeffizienz & Langlebigkeit

LED-Leuchten verbrauchen bis zu 70 % weniger Strom als konventionelle Lichtquellen. Gleichzeitig erreichen sie eine Lebensdauer von 50.000 Stunden und mehr – ideal für unterschiedliche industrielle Einsatzbereiche mit kontinuierlichem Betrieb.

Lichtausbeute und Farbwiedergabe

Eine hohe Lichtausbeute (bis zu 150 lm/W) und eine natürliche Farbwiedergabe (CRI > 80) sorgen für gute Sichtverhältnisse bei Nacht und verbessern die Sicherheit auf Außenflächen und in Produktionszonen.

Umweltfaktoren & Wartungsarmut

LED-Systeme sind unempfindlich gegenüber Erschütterungen, Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Dank ihrer wartungsarmen Konstruktion reduzieren sie Stillstandzeiten und Wartungskosten.

Planung eines LED-Flutlichtsystems

Eine durchdachte Planung ist die Grundlage für ein effizientes Beleuchtungskonzept. Neben der Auswahl der passenden Leuchten muss auch die Stromversorgung optimal auf die Anforderungen abgestimmt sein. Hinweise zur Auswahl geeigneter Netzleitungen finden Sie unter Produkte: Netzleitungen.

Bedarfsanalyse: Fläche, Höhe, Nutzungszeiten

Bevor Produkte ausgewählt werden, sollte der konkrete Bedarf definiert werden:

  • Wie groß ist die zu beleuchtende Fläche?
  • Welche Montagehöhe ist realisierbar?
  • Gibt es Betriebszeiten bei Dunkelheit?
  • Welche Anforderungen gelten an Sicherheit oder Kameraerkennung?

Lichtverteilung, Lichtfarbe, Blendungsbegrenzung

Ein gleichmäßiges Lichtbild ohne Schattenzonen ist essenziell. Blendungsbegrenzung (UGR-Wert) und die passende Farbtemperatur (4.000–5.000 K) beeinflussen sowohl Sicherheit als auch Arbeitsqualität. In Außenbereichen sind asymmetrisch strahlende Leuchten oft besser geeignet als symmetrische Varianten.

Auswahl geeigneter Leuchten und Schutzarten

Leuchten müssen auf den Einsatzzweck abgestimmt sein. Schutzarten stellen sicher, dass die Leuchten auch bei Regen, Staub oder mechanischer Belastung zuverlässig funktionieren:

  • IP66: staubdicht und geschützt gegen starkes Strahlwasser
  • IK08: hoher Schutz gegen mechanische Einwirkungen

Beispiel: Beleuchtung einer 5.000 m² großen Lagerfläche

  • 20 LED-Fluter mit je 30.000 lm, symmetrische Lichtverteilung
  • Montage in 8 Metern Höhe an Masten
  • DALI-Ansteuerung zur bedarfsabhängigen Regelung
  • Gesamtlichtleistung: 600.000 lm

Amortisationsbeispiel:

  • Investition: ca. 10.000 €
  • Energieeinsparung p. a.: 6.000 kWh = ca. 2.000 €
  • Amortisation: < 5 Jahre bei 2-Schicht-Betrieb

Vorteile gegenüber herkömmlichen Beleuchtungssystemen

Geringerer Stromverbrauch & niedrigere Betriebskosten

Durch den reduzierten Energieverbrauch sinken die laufenden Kosten erheblich. Bereits nach wenigen Jahren amortisieren sich moderne LED-Anlagen.

Steuerung und Automatisierung

Dank digitaler Schnittstellen (z. B. DALI, KNX) lassen sich LED-Systeme in smarte Steuerungskonzepte integrieren: Bewegungserkennung, Tageslichtregelung, Fernauswertung und mehr. Besonders relevant bei weitläufigen Außenflächen, z. B. auf Werksgeländen oder Ladezonen.

Mehr zur Auswahl geeigneter Komponenten lesen Sie im Beitrag LED-Netzteile – Auswahl & Installation.

Lebensdauer und Investitionssicherheit

Weniger Wartung, geringere Ersatzteilkosten, konstante Lichtqualität – ein Argument, das bei der Planung neuer Industrieanlagen immer häufiger den Ausschlag für LED gibt.

Brandschutz und Sicherheit bei LED-Flutlichtanlagen

Temperaturentwicklung & Wärmemanagement

Moderne LED-Fluter entwickeln deutlich weniger Hitze als Halogen- oder Natriumdampflampen. Aktive oder passive Kühlsysteme führen die Restwärme ab und verhindern Überhitzung – ein klarer Vorteil im Hinblick auf den Brandschutz.

Normen und Vorschriften

Wichtige Richtlinien, die bei der Planung beachtet werden sollten:

NormBedeutungAnwendungsfall
DIN EN 60598Leuchten-SicherheitsnormFür alle installierten LED-Leuchten
DIN EN 12464-2Beleuchtung von Arbeitsstätten im FreienFür Lagerflächen, Außenmontage
VDE 0711Elektrische SicherheitFür gesamte elektrische Installation

Explosionsschutz in sensiblen Bereichen

In ATEX-Zonen oder gefährdeten Bereichen müssen spezielle Ex-geschützte Leuchten eingesetzt werden. Auch bei LED gilt: Nur zertifizierte Produkte dürfen verwendet werden.

Brandschutzkonzepte beachten

Die Installation von Leuchten muss ins allgemeine Brandschutzkonzept der Anlage eingebunden sein. Dazu gehören Kabelführungen, Netzteile (z. B. mit SELV-Ausgängen) und hitzebeständige Materialien. Hinweise zur Wartung sicherheitsrelevanter Netzteile finden Sie auch unter Netzteile warten.

Häufige Fehler bei der Planung

  • Unzureichende Schutzart für den Einsatzbereich
  • Falsche Lichtverteilung (z. B. symmetrisch statt asymmetrisch bei Außenflächen)
  • Fehlende Integration in das Brandschutzkonzept
  • Unklare Verantwortlichkeit für Elektro- und Sicherheitsplanung

Effizienz trifft Sicherheit

LED-Flutlichtsysteme bieten für Industrieanlagen eine zukunftssichere Kombination aus Effizienz, Steuerbarkeit und Sicherheit. Wer bei der Planung auf Qualität, normgerechte Umsetzung und ein durchdachtes Brandschutzkonzept achtet, legt den Grundstein für eine langlebige und sichere Beleuchtungslösung.

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Sie planen die Umrüstung Ihrer Industrieflächen auf moderne LED-Flutlichtsysteme? Wir unterstützen Sie von der Auswahl über die Stromversorgung bis zur normgerechten Umsetzung.

Was ist ein DIN-Schienen-Netzteil?

DIN-Schienen-Netzteile, auch als Hutschienen-Netzteile bekannt, sind kompakte Stromversorgungsgeräte, die auf genormten DIN-Schienen (meist TS35) montiert werden. Sie wandeln Netzspannung in stabile Gleichspannung um und stellen so die Energieversorgung für Steuerungskomponenten, Sensorik, Aktorik oder Kommunikationsmodule in industriellen Anlagen sicher. Besonders im Maschinenbau, in der Gebäudeautomation und in der Prozessindustrie gelten sie als Standardlösung.

Dank ihres modularen Aufbaus, der hohen Zuverlässigkeit und der schnellen Austauschbarkeit sind DIN-Schienen-Netzteile die bevorzugte Wahl im professionellen Schaltschrankbau. Sie sind in verschiedenen Leistungsklassen und mit unterschiedlichen Ausstattungen erhältlich – von der einfachen Spannungsversorgung bis hin zu intelligenten Power Supplies mit Diagnosefunktionen.

Aufbau und Funktion im Schaltschrank

Spannungsversorgung auf der Hutschiene

Die Netzteile werden direkt auf die normierte DIN-Schiene geklipst und nehmen über Schraub-, Feder- oder Push-in-Anschlüsse den Netzeingang auf. Intern erfolgt eine Umwandlung der Wechselspannung (in der Regel 230V AC) in eine konstante Gleichspannung – häufig 24V DC. Diese wird anschließend zur Versorgung von Steuerungssystemen, Relais, Sensoren, Ventilen oder Bus-Komponenten genutzt.

Typische Leistungsklassen und Ausgangsspannungen

Im industriellen Umfeld dominieren 24V-Modelle mit Ausgangsleistungen zwischen 30 und 480 Watt. Je nach Anforderung stehen auch 5V-, 12V-, 15V- oder 48V-Ausführungen zur Verfügung. Moderne Geräte erreichen Wirkungsgrade von über 90 %, bieten PowerBoost-Funktionen (kurzzeitige Leistungsreserve) und ermöglichen den Parallelbetrieb mehrerer Geräte zur Lastverteilung.

Vorteile von DIN-Schienen-Montage

Die Montage auf der DIN-Schiene ist nicht nur platzsparend, sondern auch äußerst effizient in der Handhabung: Netzteile lassen sich werkzeuglos einrasten, austauschen oder ergänzen. Dadurch ist der Schaltschrank flexibel erweiterbar. Zudem wird durch die vertikale Anordnung der Luftstrom im Inneren begünstigt – ein wichtiger Aspekt für das thermische Management.

Auswahlkriterien für Netzteile im Schaltschrank

Nennleistung und Lastreserve

Für eine stabile Versorgung ist die richtige Dimensionierung entscheidend. Neben der Gesamtleistungsaufnahme der Verbraucher sollten auch Anlaufströme, Lastspitzen und mögliche Erweiterungen berücksichtigt werden. Eine gängige Praxis ist die Auslegung mit 20–30 % Leistungsreserve über der maximalen Dauerlast. So bleiben Netzteile auch unter Volllast stabil und überhitzen nicht.

Eingangsspannung und Redundanz

Je nach Einsatzort sollte das Netzteil einen Weitbereichseingang unterstützen (z. B. 85–264V AC / 120–370V DC), um Spannungsschwankungen oder unterschiedliche Netzsysteme zu kompensieren. Für sicherheitsrelevante Anwendungen oder kritische Prozesse empfiehlt sich ein redundantes Netzteilkonzept, bei dem zwei Geräte parallel geschaltet werden. Fällt ein Gerät aus, übernimmt das zweite nahtlos die Versorgung.

Zertifizierungen und Industrieumfeld

DIN-Schienen-Netzteile unterliegen je nach Branche und Region spezifischen Anforderungen. Internationale Zulassungen wie CE, UL508, CSA, GL oder CCC sind für den globalen Einsatz unerlässlich. Zusätzlich spielen EMV-Richtlinien, Kurzschlussfestigkeit, Isolation, Stoß- und Vibrationsfestigkeit sowie Betriebstemperaturbereiche eine wichtige Rolle bei der Auswahl.

✅ Checkliste: Das richtige DIN-Schienen-Netzteil auswählen

KriteriumWorauf Sie achten sollten
Ausgangsspannung12V, 24V oder 48V je nach angeschlossener Last
NennleistungMindestens 20–30 % über der Dauerlast (für Lastspitzen)
EingangsspannungWeitbereichseingang (z. B. 85–264V AC) für internationale Systeme
Wirkungsgrad>90 % empfohlen für geringe Verlustwärme
Temperaturbereich–25 °C bis +70 °C je nach Einbauumgebung
SchutzartIP20 für trockene Schaltschränke, IP67 für raue Bedingungen
ZertifizierungenCE, UL, EN/IEC 61558, IEC/EN 61010-1 je nach Einsatzgebiet
Bauform & AnschlussartPassend zur vorhandenen DIN-Schiene und Platzverhältnissen
RedundanzoptionenJa, wenn Systemverfügbarkeit kritisch ist (z. B. SPS-Anlagen)
StatusanzeigeLED- oder Signalausgänge zur Überwachung empfehlenswert

🔧 Vergleichstabelle: DIN-Schienen-Netzteile – Typen im Überblick

TypTypische SpannungLeistungsklasseKühlungEinsatzumfeld
Kompakt (Basic)24V DC15–60 Wpassiv (Konvektion)einfache Steuerungen, LED-Systeme
Industrie-Standard24V / 48V DC60–240 Wpassiv/aktivMaschinenbau, Anlagensteuerung
Redundanzfähig24V DC100–240 Wpassivsicherheitskritische Applikationen
IP67-Netzteile24V DC35–120 WgekapseltOutdoor, Feuchtigkeit, Schmutz
Medical/EMV-optimiert12V / 24V DC30–150 Wmeist passivLabore, Medizintechnik, EMV-sensibel

Kühlung und Temperaturmanagement

Verlustleistung und Wärmeerzeugung

Ein Netzteil erzeugt abhängig von Wirkungsgrad und Lastzustand thermische Energie. Diese Verlustwärme muss zuverlässig abgeführt werden, um die interne Elektronik zu schützen und eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Bei kompakten Schaltschränken mit dichter Bestückung kann sich Hitze schnell stauen – das gefährdet die Betriebssicherheit. Hochwertige Geräte mit geringem Eigenverbrauch und verlustarmer Technik verringern diesen Effekt deutlich.

Einbauposition, Luftzirkulation, Abstand

Die Montageposition und die thermische Umgebung haben direkten Einfluss auf die Wärmeentwicklung. Netzteile sollten vertikal verbaut werden, damit der natürliche Kamineffekt genutzt werden kann. Außerdem ist auf ausreichenden Abstand zu anderen Wärmequellen sowie auf eine ungehinderte Luftzirkulation zu achten. Hersteller geben in ihren Datenblättern empfohlene Mindestabstände an – diese sollten konsequent eingehalten werden.

Passive vs. aktive Kühlung

Die meisten DIN-Schienen-Netzteile arbeiten mit passiver Konvektionskühlung, um wartungsfrei und geräuschlos zu bleiben. In leistungsstärkeren Ausführungen kann jedoch ein aktiver Lüfter notwendig sein. Dieser ermöglicht eine kompaktere Bauweise, erfordert aber regelmäßige Kontrolle und erhöht den Wartungsaufwand. In schmutzbelasteten oder feuchten Umgebungen ist die passive Variante oft robuster.

Praxis-Tipps für den Einbau

Schutzarten (IP20, IP67) im Vergleich

Die Wahl der Schutzart hängt von der Umgebung ab. IP20 ist für geschlossene, trockene Schaltschränke ausreichend. In rauen Industrieumgebungen mit Staub, Feuchtigkeit oder Spritzwasser sind Netzteile mit IP65 oder IP67 notwendig – beispielsweise bei Maschinen ohne separates Schaltschrankgehäuse oder bei dezentraler Installation in der Produktion.

EMV und Störfestigkeit

Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ist bei der Stromversorgung essenziell. Netzteile müssen Störungen im Netz abfangen und selbst keine Störungen verursachen. Eine EMV-gerechte Verdrahtung, kurze Leitungswege, sauber ausgeführte Erdung und gegebenenfalls zusätzliche Filter (Netzfilter, Ferrite) erhöhen die Störfestigkeit des Systems.

Wartung und Austauschbarkeit

Auch bei hochwertigen Netzteilen kann es nach vielen Jahren zu Alterungseffekten kommen. Eine einfache Wartung ist daher ein wichtiges Kriterium. Produkte mit Diagnosefunktionen (z. B. LED-Anzeige für Ausgangsspannung oder Fehlerzustände) erleichtern die Fehlersuche. Steckklemmen oder Push-in-Anschlüsse ermöglichen einen schnellen Austausch im Fehlerfall ohne Spezialwerkzeug.

Das richtige DIN-Schienen-Netzteil für Ihren Schaltschrank

Eine durchdachte Auswahl erhöht die Betriebssicherheit, reduziert Ausfallrisiken und vereinfacht Wartung und Erweiterung. Mit COTRONIC setzen Sie auf industrietaugliche DIN-Schienen-Netzteile, die exakt zu Ihrer Anwendung passen.

Kontaktieren Sie COTRONIC für eine individuelle Netzteil-Empfehlung

Weitere Informationen:

Was bedeutet IP67 bei Netzteilen?

Die Schutzart IP67 beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines elektrischen Geräts gegen äußere Einflüsse wie Staub und Wasser. Sie setzt sich aus zwei Kennziffern zusammen:

  • IP6X: Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen feste Fremdkörper. Eine 6 bedeutet vollständige Staubdichtigkeit. Kein Staub kann in das Gehäuse eindringen.
  • IPX7: Die zweite Ziffer steht für den Schutz gegen Wasser. Eine 7 bedeutet, dass das Gerät zeitweise in Wasser bis zu einer Tiefe von 1 Meter und einer Dauer von maximal 30 Minuten eingetaucht werden kann, ohne Schaden zu nehmen.

Für Netzteile bedeutet das: Sie können bedenkenlos in rauen Industrieumgebungen, im Außenbereich oder in Bereichen mit hoher Feuchtigkeit eingesetzt werden, ohne dass die Funktion beeinträchtigt wird. Gerade dort, wo Feuchtigkeit, Schmutz, Ölnebel oder Reinigungsmittel zum Einsatz kommen, bietet ein IP67-Netzteil ein entscheidendes Plus an Sicherheit.

Vorteile von IP67-Netzteilen in industriellen Anwendungen

Staubdicht und wassergeschützt – ideal für raue Bedingungen

IP67-Netzteile sind so konstruiert, dass weder Staubpartikel noch Wasser in das Gehäuse eindringen können. Dadurch eignen sie sich besonders für Einsatzorte mit extremen Umweltbedingungen – etwa in Produktionshallen mit abrasivem Staub, in feuchten Kellerräumen oder im Außenbereich.

Wartungsarm und langlebig

Durch ihre robuste Bauweise und geschlossene Konstruktion sind diese Netzteile besonders widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Das führt zu einem geringeren Wartungsaufwand, weniger Ausfallzeiten und einer insgesamt höheren Lebensdauer – ein entscheidender Vorteil für den industriellen Dauereinsatz.

Flexibler Einsatz im Innen- und Außenbereich

Ob in automatisierten Fertigungsanlagen, im Außeneinsatz auf Baustellen oder in Schaltschränken unter freiem Himmel – IP67-Netzteile lassen sich flexibel in verschiedensten Anwendungsumgebungen integrieren. Selbst temporäres Untertauchen, wie es bei Starkregen oder Reinigungsprozessen auftreten kann, stellt kein Problem dar.

Sichere Funktion trotz Reinigungszyklen

In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie ist eine regelmäßige Reinigung mit Hochdruckreinigern oder Desinfektionsmitteln notwendig. IP67-Netzteile sind so konstruiert, dass sie auch bei regelmäßiger Nassreinigung zuverlässig weiterarbeiten.

Typische Einsatzbereiche

Maschinen- und Anlagenbau

In industriellen Anlagen ist eine zuverlässige Stromversorgung essenziell – insbesondere in Bereichen mit hoher Staubbelastung oder Kühlschmierstoffen. IP67-Netzteile schützen empfindliche Komponenten und verhindern elektrische Störungen.

LED-Beleuchtung im Außenbereich

Außenbeleuchtungssysteme an Gebäuden, Werbetafeln oder Straßenlaternen sind Witterung und Feuchtigkeit dauerhaft ausgesetzt. Hier gewährleisten IP67-Netzteile eine stabile Stromversorgung bei allen Wetterbedingungen.

Kamerasysteme und Sensorik

Überwachungskameras, Bewegungssensoren und Zutrittskontrollsysteme im Außenbereich oder in Industriehallen benötigen ebenfalls eine zuverlässige Stromquelle. Netzteile mit IP67-Schutz können direkt vor Ort verbaut werden – ohne zusätzliches Schutzgehäuse.

Steuerungstechnik im Außeneinsatz

Dezentrale Steuerungen in Verteilerkästen, Schranken oder Gebäudesteuerungen im Freien erfordern ebenfalls Netzteile mit hoher Schutzklasse. IP67 garantiert auch bei direktem Wasserkontakt eine sichere Funktion.

Fördertechnik und mobile Anwendungen

In beweglichen Maschinen, Fahrzeugen oder mobiler Lagertechnik kommen IP67-Netzteile zum Einsatz, um Spannung auch bei Vibration, Feuchte und wechselnden Bedingungen zuverlässig bereitzustellen.

IP67 vs. IP65 / IP68 – wo liegen die Unterschiede?

SchutzartStaubschutzWasserschutz
IP65StaubgeschütztSchutz gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel
IP67Vollständig staubdichtSchutz bei zeitweiligem Untertauchen (bis 1 m, 30 Min.)
IP68Vollständig staubdichtSchutz bei dauerhaftem Untertauchen (tiefer & länger)

Empfehlung nach Einsatzbereich:

  • Für Anwendungen mit Spritzwasser (z. B. Maschinenhalle, Reinigungsbereich): IP65 ausreichend
  • Für feuchte Produktionsräume, Außenbereiche oder mobile Anwendungen: IP67 empfohlen
  • Für Tauchpumpen, Beckenbeleuchtung oder dauerhafte Unterwassertechnik: IP68 notwendig

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Leistung, Spannung und Umgebungstemperatur

Jede industrielle Anwendung stellt andere Anforderungen an die Stromversorgung. Achten Sie auf:

  • die benötigte Ausgangsspannung (z. B. 5 V, 12 V, 24 V oder 48 V)
  • den maximalen Strombedarf Ihrer Komponenten
  • den Temperaturbereich vor Ort (z. B. –40 °C bis +70 °C)
  • den Wirkungsgrad des Netzteils

Montage, Verkabelung und Sicherheitsaspekte

Viele IP67-Netzteile sind für die Direktmontage konzipiert – z. B. an Maschinenrahmen, Wänden oder in Kabelkanälen. Achten Sie bei der Installation auf:

  • geeignete Befestigung (Schraubflansche, Hutschiene etc.)
  • sichere Zugentlastung der Kabel
  • korrekte Erdung
  • ausreichende Belüftung bzw. Kühlung (trotz geschlossener Bauweise)

Zulassungen und Normen für den Industrieeinsatz

Setzen Sie nur auf Produkte mit folgenden Nachweisen:

  • CE-Kennzeichnung
  • Konformität mit EN 62368-1, EN 61000, EN 55032 etc.
  • ggf. UL- und CSA-Zertifikate für Exportmärkte
  • EMV-Prüfung (Störfestigkeit und -abstrahlung)

Checkliste: So wählen Sie das passende IP67-Netzteil

  • Benötigte Ausgangsspannung und Stromstärke (z. B. 24 V, 2 A)
  • Umgebungstemperatur und thermische Belastung
  • Gehäuseform (kompakt / flach / Hutschiene)
  • Art der Verkabelung (Klemme, Stecker, Kabel)
  • Schutzmaßnahmen wie Überlastschutz oder Kurzschlussabsicherung
  • Zulassungen (CE, UL, EN/IEC)
  • EMV-Konformität und Montagerichtlinien

IP67-Netzteile – die sichere Wahl für anspruchsvolle Umgebungen

IP67-Netzteile sichern den zuverlässigen Betrieb Ihrer Systeme unter anspruchsvollen Bedingungen und tragen zu stabilen Prozessen sowie planbaren Betriebskosten bei.

Sprechen Sie mit unseren Experten über Ihre Anwendung. Sie erhalten eine fundierte Auswahl, klare technische Vorgaben und eine Lösung, die langfristig überzeugt.

Jetzt beraten lassen und IP67-Netzteil passend zur Anwendung auswählen

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