Industrienetzteil auswählen – Leitfaden für Industrieunternehmen

Industrieunternehmen, die ein Industrienetzteil auswählen, stehen vor einer entscheidenden Weichenstellung. Ein falsch dimensioniertes oder ungeeignetes Industrienetzteil führt nicht nur zu Produktionsstillständen, sondern gefährdet auch sensible Komponenten, erhöht Wartungskosten und kann ganze Prozesse ausbremsen. Gerade in automatisierten Industrieumgebungen entscheidet eine stabile industrielle Stromversorgung, ob Anlagen zuverlässig laufen oder ungeplante Ausfälle zum Risiko werden.

Umso wichtiger ist es, industrielle Netzteile nicht als austauschbare Standardkomponente zu betrachten, sondern als sicherheitsrelevantes Schlüsselelement der gesamten Anlage. Spannung, Stromstärke, Umgebungsbedingungen, Zertifizierungen und Skalierbarkeit müssen von Beginn an sauber und praxisnah bewertet werden. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen klar und nachvollziehbar, worauf es beim Industrienetzteil auswählen wirklich ankommt – damit Ihre Stromversorgung auch unter Dauerlast zuverlässig funktioniert.

1. Leistungsbedarf richtig ermitteln: Welche Spannung braucht ein Industrienetzteil?

Am Anfang jeder Auswahl steht eine realistische Analyse des Leistungsbedarfs. Wer ein Industrienetzteil auswählen möchte, muss Spannung, Stromaufnahme und Lastprofile realistisch bewerten. Typische Spannungsebenen für Netzteile in der Industrie sind 12 V, 24 V und 48 V.

12-V-Netzteile werden häufig in Steuerungen oder der Automatisierungstechnik eingesetzt. 24-V-Netzteile gelten als Industriestandard für Maschinensteuerungen, SPS-Anwendungen und Sensorik. Entsprechend hoch ist hier der Bedarf an zuverlässigen 24V-Netzteilen für industrielle Anwendungen. 48-V-Netzteile kommen vor allem in leistungsintensiven Anwendungen wie der Telekommunikation oder bei Antriebslösungen zum Einsatz.

Neben der Betriebsspannung ist die erforderliche Stromstärke entscheidend. Sie ergibt sich aus der Summe aller angeschlossenen Verbraucher und deren Betriebszuständen. Zusätzlich sollte jedes Industrienetzteil mit ausreichender Leistungsreserve ausgelegt werden. Eine Reserve von 20–30 % gilt in der Industrie als Best Practice, um Lastspitzen, Alterungseffekte und spätere Erweiterungen zuverlässig abzufangen.

2. Industrienetzteil auswählen: Schaltnetzteil oder lineares Netzteil?

Nicht jedes Netzteil eignet sich für jede industrielle Anwendung. In der Praxis dominieren Schaltnetzteile für industrielle Anwendungen – aus gutem Grund. Sie arbeiten effizient, sind kompakt, erzeugen weniger Wärme und erreichen Wirkungsgrade von bis zu 90 %. Dadurch reduzieren sie Energieverluste und senken den Kühlbedarf im Schaltschrank.

Lineare Netzteile kommen dort zum Einsatz, wo maximale Spannungsstabilität und minimale elektromagnetische Störungen erforderlich sind. Sie liefern eine besonders saubere Ausgangsspannung, sind jedoch größer, schwerer und deutlich weniger energieeffizient. In der Industrie werden sie daher meist nur in spezialisierten Mess- oder Sensortechnikanwendungen eingesetzt.

Für die meisten industriellen Einsatzbereiche sind hochwertige Schaltnetzteile die technisch und wirtschaftlich sinnvollere Lösung.

3. Schutzmechanismen und Zertifizierungen industrieller Netzteile prüfen

Ein Netzteil für industrielle Anwendungen muss mehr leisten als nur Spannung liefern. Es schützt Maschinen, Steuerungen und angeschlossene Komponenten vor Schäden. Zu den wichtigsten Schutzmechanismen gehören:

  • Kurzschlussschutz zum Schutz vor Überlastung
  • Überspannungsschutz gegen Spannungsspitzen
  • Temperaturschutz zur automatischen Abschaltung bei Überhitzung

Ebenso entscheidend sind normgerechte Zertifizierungen industrieller Netzteile. Die CE-Kennzeichnung ist in Europa verpflichtend, UL-Zertifizierungen spielen vor allem im internationalen Umfeld eine wichtige Rolle. Für global tätige Unternehmen ist die Einhaltung relevanter ISO-Normen ein zentraler Faktor bei der Auswahl eines Industrienetzteils.

Fehlende oder unvollständige Zertifizierungen können zu Haftungsrisiken, Abnahmenproblemen und Produktionsverzögerungen führen – insbesondere bei sicherheitskritischen Industrie-Stromversorgungen.

4. Umweltbedingungen bei industriellen Netzteilen berücksichtigen

Netzteile arbeiten in der Industrie selten unter Idealbedingungen. Hohe Temperaturen, Staub, Feuchtigkeit oder Vibrationen gehören in vielen Anwendungen zum Alltag. Ein Industrienetzteil muss genau dafür ausgelegt sein.

Typische Anforderungen sind ein weiter Temperaturbereich – häufig von –40 °C bis +70 °C – sowie geeignete IP-Schutzklassen. In staubigen oder feuchten Umgebungen sind IP65- oder IP67-Netzteile notwendig, um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen. Bei maschinennaher Montage spielen zusätzlich Vibrations- und Stoßfestigkeit eine entscheidende Rolle für die Lebensdauer.

Industrienetzteil auswählen: Modularität und Skalierbarkeit beachten

Produktionsanlagen wachsen, Prozesse ändern sich und Leistungsanforderungen steigen. Daher sollten Netzteile für industrielle Anwendungen zukunftssicher ausgelegt sein. Modulare Netzteilsysteme ermöglichen es, die Leistung flexibel zu erweitern, ohne bestehende Installationen vollständig zu ersetzen.

Redundante Netzteilkonzepte erhöhen die Ausfallsicherheit in kritischen Anwendungen erheblich. Flexible Montageoptionen, etwa für DIN-Schienen-Netzteile, erleichtern zudem die Integration in bestehende Schaltschränke und Anlagen.

Fazit: Das richtige Industrienetzteil schützt Prozesse und Produktivität

Ein industrielles Netzteil ist ein zentraler Baustein für Betriebssicherheit, Effizienz und Anlagenverfügbarkeit. Wer ein Industrienetzteil auswählen möchte, sollte die Anforderungen frühzeitig definieren. Wer ein Industrienetzteil auswählen möchte und dabei Leistungsbedarf, Schutzmechanismen, Umweltbedingungen und Skalierbarkeit konsequent berücksichtigt, reduziert Ausfallrisiken und schafft eine stabile Grundlage für langfristig zuverlässige Produktionsprozesse.

Weiterführende Informationen zu Normen finden Sie in den relevanten IEC-Richtlinien für Industrienetzteile sowie in den CE-Konformitätsanforderungen der Europäischen Union.

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