Das Power Good oder Power OK Signal zeigt an, dass die Ausgangsspannungen eines Netzteils stabil im zulässigen Bereich liegen. Erst wenn dieser Zustand erreicht ist, signalisiert das Netzteil dem System, dass ein sicherer Start möglich ist. Dieses Statussignal ist heute ein Standardbestandteil moderner Stromversorgungen – von ATX-PC-Netzteilen bis zu industriellen Schaltnetzteilen.
Ohne Power-Good-Signal könnten Steuerungen, Mikrocontroller oder Sensoren starten, obwohl die Versorgung noch instabil ist. Das führt schnell zu Fehlstarts, Datenverlusten oder Hardwareproblemen. Deshalb gehört das Signal in der Industrie-Stromversorgung zur grundlegenden Start- und Sicherheitslogik eines Systems.
Für stabile Stromversorgung sind auch passende Netzleitungen entscheidend.
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Wer sich intensiver mit Spannungsstabilität und Leitungseinflüssen beschäftigt, findet im Beitrag Remote Sense korrekt nutzen zusätzliche Informationen zur Kompensation von Spannungsverlusten.
Technische Grundlagen und Funktionsweise
Das Power-Good-Signal wird typischerweise als logisches High-Signal (3,3 V oder 5 V) ausgegeben. Es erscheint erst, wenn alle Ausgangsspannungen stabil sind. Nach dem Einschalten eines Netzteils erfolgt diese Freigabe meist mit einer Verzögerung von 100 bis 500 ms.
Sinkt eine Ausgangsspannung unter den zulässigen Bereich, wird das Signal wieder auf Low gesetzt.
Die Überwachung erfolgt intern über Komparatoren im Netzteil. Diese vergleichen kontinuierlich die Ausgangsspannungen mit Referenzwerten. Erst wenn alle Spannungen stabil sind, wird Power Good aktiviert.
So lassen sich sichere Start- und Abschaltsequenzen realisieren.
Power Good, Power Fail und DC-OK im Vergleich
| Signaltyp | Bedeutung | Typische Ausführung | Anwendung |
|---|---|---|---|
| Power Good (PWR_OK) | Netzteil arbeitet stabil | TTL / 5 V | PC-, Labor-, Industrie-Netzteile |
| Power Fail (PF) | Spannungsabfall erkannt | Open Collector | USV-Systeme, Schutzschaltungen |
| DC-OK | Spannung im Sollbereich | Relaiskontakt / Open Collector | Industrie- und Schaltnetzteile |
Diese Signale gehören heute zum Power-Management moderner Stromversorgungssysteme.
Bei der Entwicklung elektronischer Geräte müssen zusätzlich auch Kriech- und Luftstrecken gemäß IEC-Normen berücksichtigt werden, um elektrische Sicherheit und Normkonformität sicherzustellen.
Warum ist das Signal wichtig in der Industrie-Stromversorgung?
Sicherer Systemstart
In industriellen Steuerungen oder Messsystemen dürfen Komponenten erst aktiviert werden, wenn die Versorgung stabil ist. Das Power-Good-Signal steuert diese Startfreigabe.
Gerade in sensiblen Anwendungen wie:
Robotik
Medizintechnik
Bahntechnik
ist diese Startlogik ein wichtiger Sicherheitsmechanismus.
Schutz bei Spannungsausfällen
Ein korrekt integriertes Signal erkennt Spannungseinbrüche frühzeitig. Steuerungen können darauf reagieren, etwa durch kontrolliertes Abschalten oder Datensicherung.
In Kombination mit USV-Systemen, Spannungsmonitoren und Remote-Sense-Technik entsteht so eine sehr zuverlässige Stromversorgung.
Typische Anwendungen
Das Signal wird in vielen Bereichen eingesetzt:
Industrie- und Laborstromversorgungen
SPS-Steuerungen
Automatisierungssysteme
Messtechnik
Kommunikationssysteme
Medizintechnik
Bahntechnik
In modernen Anlagen wird Power Good zunehmend auch in Predictive-Maintenance-Systeme integriert.
Integration des Signals ins System
Anschluss und Signalpegel
Das Power-Good-Signal wird über einen separaten Anschluss ausgegeben.
Typische Varianten:
Open-Collector-Ausgang
TTL-Ausgang
Relaiskontakt
In vielen Anwendungen wird ein Pull-up-Widerstand benötigt, um den Signalpegel auf die gewünschte Logikspannung anzuheben.
Das Signal kann anschließend direkt an eine SPS oder einen Mikrocontroller angeschlossen werden.
Zeitverhalten und Sequenzierung
Beim Einschalten wird das Signal erst aktiv, wenn alle Spannungen stabil sind.
Beim Abschalten fällt es früher ab, sodass die angeschlossene Elektronik rechtzeitig reagieren kann.
Typisches Zeitdiagramm:
Spannung (V)
│ ┌─────────────── High (Power Good aktiv)
│ /
│───────────────/────────────────────────────── Zeit →
^100–500 ms Verzögerung beim Einschalten
In komplexen Systemen mit mehreren Netzteilen wird häufig eine Sequenzierung der Versorgungsspannungen eingesetzt.
Fehlersuche: Wenn Power Good nicht anliegt
Startet ein System nicht trotz vorhandener Versorgungsspannung, kann das Power-Good-Signal die Ursache sein.
Typische Fehler:
fehlender Pull-up-Widerstand
Signal falsch angeschlossen
Netzteil liefert kein PWR_OK
Masseverbindung fehlerhaft
Zur Diagnose eignen sich mehrere Messmethoden.
Multimeter: prüfen, ob das Signal zwischen Low und High wechselt.
Oszilloskop: Signalform und Verzögerungszeit prüfen.
Logikanalysator: Startsequenzen analysieren.
Tipps und Best Practices
Häufige Fehler vermeiden
- Signal wird nicht ausgewertet oder ignoriert
- Kein Pull-up-Widerstand bei Open-Collector-Ausgang
- Zu lange Signalleitungen ohne Abschirmung
- Falsche Logikpegel (z. B. 12 V statt 5 V)
- Keine Sequenzierungsprüfung bei Multi-Rail-Systemen
Signalprüfung
Ein regelmäßiger Test des Signals sollte Bestandteil jeder Wartung sein.
Dabei sollten dokumentiert werden:
Signalpegel
Startverzögerung
Abfallzeit bei Spannungseinbruch
Normen und Kompatibilität
Wichtige Normen im Umfeld der Stromversorgung:
IEC 62368 – Sicherheitsanforderungen für Elektronik
EN 61000 – elektromagnetische Verträglichkeit
UL 60950 – Sicherheitsstandard für IT-Geräte
ATX Design Guide – Definition von PWR_OK in PC-Netzteilen
EN 50155 – Bahntechnik
IEC 60601 – Medizintechnik
Infobox: Kennzahlen auf einen Blick
| Parameter | Typischer Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Signalpegel | 3,3 V / 5 V | Logisches High = stabile Spannung |
| Verzögerung | 100 – 500 ms | Wartezeit nach Start bis Freigabe |
| Abfallzeit | < 10 ms | Reaktion vor Spannungsabfall |
| Signalart | Open Collector / Relais | Anschlussart je nach Netzteil |
| Anwendung | Industrie, IT, Medizintechnik | Universell einsetzbar |
Mehr Zuverlässigkeit durch intelligente Signale
Das Power Good beziehungsweise Power OK Signal ist ein kleines, aber entscheidendes Element moderner Stromversorgungssysteme. Es verhindert Fehlstarts, erhöht die Betriebssicherheit und erleichtert die Diagnose von Spannungsproblemen.
Richtig integriert sorgt es dafür, dass Systeme erst dann starten, wenn die Stromversorgung wirklich stabil ist.